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Perspective

Was ist beim Aufbau eines Pflegeversicherungsportefeuilles zu beachten?

April 12, 2018| Von Sabrina Link and Annika Tiedemann | Long Term Care | Deutsch | English

Die Pflegeversicherung (Long Term Care, LTC) ist ein komplexes Produkt, das für Versicherer sowohl bei der Produktentwicklung als auch in der Risikoprüfung einige Herausforderungen in sich birgt. Es ist schwierig, ein Paradebeispiel für einen bestimmten Markt zu finden, da jedes Land seine eigenen sozialen Rahmenbedingungen hat und die Pflegeversicherung sich dementsprechend weltweit unterschiedlich entwickelt hat.

Klar ist jedoch, dass der Bedarf an einem Schutz vor Pflegekosten, die die finanziellen Möglichkeiten des Einzelnen übersteigen, durch den demografischen und gesellschaftlichen Wandel weltweit zunimmt.

Auch wenn die Pflegeversicherung eindeutig eine Chance für Versicherer darstellt, ihr Produktportefeuille zu erweitern und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen, sollten sie zunächst ihre Hausaufgaben machen. Denn in den meisten Märkten ist der kommerzielle Erfolg von privaten Pflegeversicherungen hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Eine der größten Herausforderungen in Bezug auf die Risikoprüfung in der Pflegeversicherung besteht in der großen Zahl von möglichen Ursachen für die Pflegebedürftigkeit sowie in deren Heterogenität. Anders als bei der Risikolebensversicherung, wo Leistungen ausschließlich durch einen Todesfall ausgelöst werden, kann ein Leistungsanspruch bei einer Pflegeversicherung aus mehreren Einzelursachen oder aus einer Kombination von vielen verschiedenen Ursachen resultieren.

Die Pflegedauer und die Bestimmung eines angemessenen Zuschlags sind weitere Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt. Die Dauer kann je nach Leistungsauslöser sehr unterschiedlich ausfallen. So können minderschwere Erkrankungen, die keine wesentlichen Auswirkungen auf die Lebenserwartung haben, dem Risikoprüfer größere Sorgen bereiten als schwere Erkrankungen, die mit einer kürzeren Überlebensprognose einhergehen.

LTC Portfolio

Eine weitere Herausforderung im Bereich der Pflegeversicherung liegt in der breiter werdenden Spanne des Eintrittsalters. Früher lag das Alter bei Antragstellung etwa zwischen 50 und 75 Jahren. Inzwischen versuchen Versicherer in einigen Märkten, ihre potenzielle Zielgruppe zu erweitern und Pflegeversicherungen auch an jüngere Menschen zu verkaufen.

Die Motivation für den Abschluss einer Pflegeversicherung kann indes je nach Alter des Versicherten erheblich variieren - eine Tatsache, die ein Risikoprüfer bei der Bewertung von Einzelfällen im Hinterkopf behalten sollte, um Fälle von Antiselektion zuverlässig zu identifizieren.

All diese Trends tragen insgesamt zur Komplexität der Ausgestaltung von Antragsformularen für die Risikoprüfung in der Pflegeversicherung bei. Die Anträge sollten Fragen zu Vorerkrankungen enthalten - von funktionellen und kognitiven Beeinträchtigungen bis hin zu allen Krankheiten, die eine Pflegebedürftigkeit nach sich ziehen könnten.

Auch Fragen zu gefährlichen Berufen oder Hobbys sind relevant - vor allem bei jüngeren Menschen, aber auch bei älteren Antragstellern, da auch sie heutzutage häufig noch sportlich aktiv und länger berufstätig sind.

Mehr Informationen darüber, wie die Pflegeversicherung in verschiedenen Märkten funktioniert, sowie eine Analyse der größten Herausforderungen für die Risikoprüfung finden Sie in unserem Artikel „Oh, Grandmother, What Big Worries You Have: Prospects for Those in Need of Care“ zu diesem Thema.

 

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