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Perspective

Zusammenarbeit als Schlüssel zur digitalen Innovation in der Lebensversicherung

January 23, 2018| Von Ross Campbell | Life | Deutsch | English

Es heißt immer wieder, dass sich die Lebensversicherungssparte verändern oder erneuern muss, um weiterhin bedeutsam zu bleiben und neue Kunden zu erreichen. Wenn die etablierten Aktuere kein Umfeld schaffen, das Neukunden anlockt, tun dies andere an ihrer Stelle.

Es ist durchaus denkbar, dass Big-Data-Warehouses - der die Betreiber von mobilen und digitalen Netzwerken - künftig die Daten ihrer Kunden nutzen, um ihnen in einem Massenmarketing Lebens- und Krankenversicherungen zu verkaufen. Auch wenn wir diese Entwicklung nicht ausschließen können, ist es aus verschiedenen Gründen unwahrscheinlich, dass es so kommen wird.

Zunächst einmal ist der Vertrieb von Lebensversicherungen kein einfacher Geschäftsvorgang und der Zugang zu diesem Segment beschränkt. Man benötigt Kapital, Vertriebskanäle, Expertise in der Risiko- und Leistungsprüfung, Produktkenntnisse sowie versicherungsmathematisches Know-how. Zwar könnten diese Herausforderungen neue Akteure abschrecken - unüberwindbare Hürden sind sie jedoch nicht.

Die Lebens- und Krankenversicherung ist eng mit der Bereitstellung medizinischer Dienstleistungen verbunden. Unsere Produkte sind auf fundamentale biometrische Risiken wie Krankheit, Invalidität und Tod zugeschnitten. Daher verwundert es nicht, dass wir bei der Quantifizierung des Gesamtrisikos weiterhin in erster Linie medizinische Faktoren berücksichtigen.

Moderne Technologien bieten neue Möglichkeiten des Risikomanagements, das weniger stark von persönlichen Auskünften und traditionellen klinischen Beurteilungen abhängig ist. Dementsprechend groß ist derzeit das Interesse der Branche an den Einsatzmöglichkeiten innovativer Technologien.

Collaboration

Bereits jetzt kommen im Gesundheitswesen künstliche Intelligenz, Virtual Reality, maschinelles Lernen, Sensoren und andere innovative Technologien - einschließlich der Genomforschung - zum Einsatz. Dadurch soll der einzelne Patient stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. Die Versicherungswirtschaft könnte durch die Einführung kundenzentrierter Lösungen einen ähnlichen Weg beschreiten.

Im Gesundheitswesen werden digitale Kanäle und mobile Gesundheitslösungen begrüßt, sofern sie sich mit traditionellen Methoden kombinieren lassen und einfach funktionieren. Für Versicherer könnte das bedeuten, dort innovative Technologien einzusetzen, wo sie für Kunden hilfreich sind und wo es sinnvoll ist, bestehende Ansätze zu erweitern.

Das bedeutet, der Fokus liegt auf der Art und Weise, wie wir mit unseren Kunden agieren und ihnen Dienstleistungen anbieten, um ihre Gesundheit sicherzustellen. Anstatt biometrische Risiken abzusichern, könnte der Schwerpunkt künftig darauf liegen, Menschen in die Lage zu versetzen, ein langes und gesundes Leben zu führen.

Die Branche benötigt die Energie, Innovationskraft und technischen Kompetenzen von Unternehmern. Diese wiederum benötigen das Netzwerk, den Kundenstamm, die Kundendaten und auch die Expertise von Erst- und Rückversicherern. Eine solche Zusammenarbeit könnte ein Umfeld schaffen, in dem Menschen bereit sind, ihre persönlichen Daten preiszugeben, weil sie darauf vertrauen, dass wir diese sicher aufbewahren und in verantwortungsbewusster Weise zu ihrem Wohl nutzen. Dazu ist es notwendig, die neuen digitalen Technologien unter die Lupe zu nehmen und zu prüfen, wie diese auf optimale Weise nutzbringend für unsere Kunden eingesetzt werden können.

 

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