Perspective

Bewegung ist gut - aber wie viel davon verlängert das gesunde Leben?

December 10, 2019| Von Ross Campbell | Life | Deutsch | Français | Español | English

Ich habe mir ein neues Mountainbike gekauft. In meiner Garage stehen zwar schon zwei, die noch vollkommen in Ordnung sind, aber es geht doch nichts über ein neues „Spielzeug“ als kleine Motivationsspritze. Wenn ich heutzutage in die Pedale trete, geht dies in der Regel mit einer Aufzeichnung meiner Daten einher. Ich möchte das an mir selber testen, indem ich mich der „Personalised Activity Intelligence“ (PAI) bediene, die meine kardiorespiratorische Fitness ermittelt.

PAI nutzt meine Herzfrequenz (HF) aus einem Wearable wie dem Fitbit oder der Apple Watch. Auf Basis dieser Information sowie der von mir eingegebenen persönlichen Daten erhalte ich eine Orientierung für das Maß an körperlicher Aktivität, das mir den größten Nutzen bringt. Diese Daten übersetzen meine wöchentliche körperliche Aktivität in einen PAI-Score. Ein dauerhafter PAI-Score von 100 senkt mein Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und frühem Tod. Jetzt, da ich 2.500 Euro für mein neues Fahrrad ausgegeben habe, lohnt es sich durchaus, noch ein bisschen länger zu leben …

PAI verwendet meinen Ruhepuls und meine maximale Herzfrequenz unter Berücksichtigung der Trainingsintensität über einen rollierenden Zeitraum von sieben Tagen, und ermittelt so meinen VO2max - also die maximale Sauerstoffaufnahme, die Rückschluss auf meine kardiorespiratorische Fitness zulässt. Durch Fahrradfahren sollte meine Herzfrequenz einen bestimmten Grenzwert übersteigen und in den Bereich gelangen, in dem ich meine kardiorespiratorische Fitness trainiere. Dies wiederum bringt mir PAI-Punkte. Wenn ich kontinuierlich einen PAI-Score von 100 erreiche, tue ich etwas für meine Gesundheit.

Um meinen persönlichen VO2max zu ermitteln, muss PAI zunächst über mehrere Wochen Aktivitätsdaten sammeln. Doch schon meine ersten fünf Fahrten liefern spannende Erkenntnisse (siehe Tabelle). Die Daten meiner ersten Fahrt nutzt PAI, um den Algorithmus auf mich abzustimmen - dieser Score ist also irrelevant. Meine zweite Fahrt endet abrupt mit einem Platten und einem Sturz. Doch bei Fahrt 4 bin ich wieder in der Trainingszone und bei der fünften Fahrt sogar wieder im Gelände.

Table 1

Meine durchschnittliche Herzfrequenz ist im Lauf der ersten vier Fahrten zurückgegangen, was darauf hinweist, dass mein Trainingszustand ganz ordentlich war und ich so schon mit den ersten Fahrten etwas für meine Herzgesundheit tun konnte. Obwohl meine Durchschnittsgeschwindigkeit konstant blieb, ist die damit verbundene körperliche Anstrengung gemessen an der Herzfrequenz rückläufig - und somit auch mein verdienter PAI-Score.

Klar ist, dass eine längere Trainingsdauer in Kombination mit einer höheren Herzfrequenz mehr Punkte bringt. Ich muss also einen Gang hochschalten, denn der Algorithmus kalibriert sich anhand meiner persönlichen Herzbelastung. Ein Training mit einer sehr geringen Intensität trägt nicht zur Steigerung der kardiorespiratorischen Fitness bei. Daher müssen Menschen mit höherer Fitness und einer dementsprechend größeren Herzfrequenzreserve (d. h. der Differenz aus der maximalen Herzfrequenz und dem Ruhepuls) auch höhere Grenzwerte überschreiten, um PAI-Punkte zu sammeln.

Nun passt sich der PAI-Algorithmus an mein persönliches Profil an, und ich lerne, welche Anstrengung notwendig ist, um eine gesundheitsfördernde Punktzahl zu erreichen. Ich steige erneut auf mein Mountainbike und erreiche mit meiner fünften Fahrt 75 Punkte - die höchstmögliche Punktzahl an einem Tag. Das ist nicht überraschend: Die Strecke ist länger, anspruchsvoller, und ich fahre schneller, weil ich mich jetzt schon fitter fühle (siehe auch App Abbildungen).

Image 1

In den kommenden Monaten wird sich der Algorithmus weiter an mein Trainingsverhalten anpassen. Mit steigender kardiorespiratorischer Fitness werde ich feststellen, dass 30 Minuten Joggen auf dem Laufband nicht nur weniger Spaß macht, sondern auch weniger Punkte einbringt. Ich werde herausfinden, dass ich trotz eines strammen Gehtempos mit im Durchschnitt 6.000 zurückgelegten Schritten täglich mein Herz zwar belaste, aber diese Belastung nicht ausreicht, um meine kardiorespiratorische Fitness nennenswert zu steigern. Auch mit Gehen und Laufen sammele ich Punkte. Aber um einen PAI-Score von 100 zu erreichen - den ich brauche, damit meine langfristige Gesundheit positiv beeinflusst wird und sich die Investition in mein neues Mountainbike bezahlt macht - bedarf es einer größeren Anstrengung. Für weitere Informationen lesen Sie meinen Blog „Gesundheit des Herzens und Versicherung - eine gewinnbringende Formel“.

Bei Fragen kontaktieren Sie bitte Ross Campbell oder wenden Sie sich an Ihren Ansprechpartner bei der Gen Re.

 

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